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Einrichtung eines Farbfernsehstudios in 1966

Fernseh - G.m.b.H Darmstadt - EINRICHTUNG eines Farbfernsehstudios von  DIPL.- ING. H. I. SCHMID - Vorläufige Beschreibung
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Erste Ausbaustufe eines Farbfernsehstudios

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  • Anmerkung : Alles war neu und die Bücher von den UNIs - also von Prof. Schönfelder und Dillenburger waren auf einem zu hohen Niveau.

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  • Anmerkung : Diese nachfolgende Gerätezusammenstellung hatte nur in der Theorie funktioniert. Als der junge Dr. Michael Hausdörfer Anfang 1967 zur Fernseh Gmbh nach Darmstadt kam, hatten die alten Entwickler große Probleme, vor allem mit der 3-Röhren Orthicon Kamera. Es funktionierte alles nicht auf dem Niveau, wie es in den Spezifikationen propagiert wurde. Das deutsche Farbfernsehen mußte im Herbst 1967 mit Philips LDK-3 Kameras beginnen.

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ÜBERSICHT

Abbildung   Erste Ausbaustufe eines Farbfernsehstudios
    (nebenstehende Seite)
Kapitel I   Beschreibung eines Farbfernsehstudios
  1. Die Farbsignalerzeugung
  2. Die NTSC-Codierung
  3. Die Regieeinrichtung
  4. Taktgeber und Prüfsignalgeber
Kapitel II   Beschreibung und Technische Daten der Einzelgeräte
  1 Farbdia-Übertragungsanlage DC 2 L 15 A
  2 Farbfilm-Übertragungsanlage FC 35 L 15 A
  2a Farb-Gradationsentzerrerschrank LC l/G 2o A
  3 Färb-Image-Orthikon-Kameraanläge
  4 Farbcoderschrank
  4a Farbcoder
  4b Schwarzpegelgeber
  4c Burst-Kennimpulsgeber IC BI 23
  4d Farbcoder-Prüfschrank
  4e Farbbalkengeber PC TB o5
  4f Vektor-Oszilloskop (Einschub)
  4g Farbträgergenerator und -Verkoppler IC FG 02/IC FV o2
  5 Farbfilterkreuzschiene lo x IV RC lo4 FK 26 D
  6 Farb-Monitor MC 53 BB 15,3 B
  7 Vektorskap PC VO 75 A

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Kapitel I - Beschreibung eines Farbfernsehstudios

Die Anwendung des NTSC-Verfahrens für die Farbfernsehübertragung bringt zwischen den beiden Vorgängen der Codierung im Studio und der Decodierung im Empfänger keine grundlegende Umstellung in der Betriebstechnik.

Das vom NTSC-Coder abgegebene Farbsignalgemisch enthält alle Kenngrößen eines herkömmlichen Schwarzweißsignals (Leuchtdichtesignal) und zusätzlich den modulierten Farbträger (Chrominanzsignal) sowie ein Farbsynchronsignal (Burst).

Das NTSC-Signal ist ein kompatibles Signal, d. h. es benötigt die gleiche Bandbreite wie ein Schwarzweißsignal und kann auch von einem üblichen Schwarzweißempfänger wiedergegeben werden. Wegen des in der Nähe der oberen Bandgrenze des Leuchtdichtesignals übertragenen Farbträgers müssen jedoch an die einzelnen Übertragungsabschnitte höhere Linearitätsforderungen - insbesondere bezüglich differentieller Phasenfehler - gestellt werden.

Das betrifft im Studio alle Regieeinrichtungen. Sie müssen „farbtüchtig" sein und auch die besonderen Forderungen der Farbsynchronisierung berücksichtigen. Darüber hinaus ergibt sich aber nur ein geringfügiger Unterschied in der Umschalttechnik des NTSC-Signals gegenüber der bisherigen Schwarzweißtechnik (siehe Abschnitt 3).

Neue Aspekte ergeben sich vor allem im Aufbau und in der Betriebsweise der Farbabtaster und bei der NTSC-Codierung. Sie sollen im folgenden näher beschrieben werden.
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1. Die Farbsignalerzeuqung

Alle derzeit verwendeten Farbabtaster arbeiten nach dem Prinzip der simultanen Erzeugung von drei Farbauszugsignalen der Grundfarben Rot, Grün und Blau. Es sind dies die gleichen Komponenten, die bei der Farbbildröhre im Empfänger als Steuersignale verwendet werden. Sie entstehen im Abtaster durch optische Strahlenteilung mittels eines dichroitisehen Spiegelsystems oder Prismas und werden je einem optisch-elektrischen Wandler zur Erzeugung der drei Farbauszugsignale zugeführt.

Die Spektralcharakteristik der Farbteilungsoptik muß an die Charakteristik der Empfängerphosphore so angepaßt werden, daß sich eine befriedigende Farbqualität ergibt. Durch Verwendung von Filtern - zusätzlich zu den dichroitischen Spiegeln - lassen sich die für den Abtaster vorgeschriebenen Farbmischkurven annähern.

Im Farbempfänger werden die drei simultan erzeugten Farbauszugsignale übereinander geschrieben. Die Qualität der Farbdeckung ist damit von der exakten zeitlichen Zuordnung dieser drei Signale abhängig.

Hier erweist sich das Lichtpunkt-Abtastverfahren als besonderer Vorzug, da prinzipiell nur ein Abtastraster geschrieben wird, das über die Vorlage und die dichroitisehen Spiegel auf drei Photozellen verteilt wird. Auf diese Weise ist die zeitliche Zuordnung der drei Farbauszugsignale automatisch gegeben und man erhält auf der Geberseite keinerlei Farbdeckungsfehler. Demgegenüber sind bei einer Farbkamera besondere Korrektureinrichtungen notwendig, um für die Abtastraster der drei Kameraröhren eine befriedigende Deckungsgleichheit zu erzielen.

In der Abbildung sind als Beispiel für die erste Ausbaustufe des Farbstudios unter (1) eine Farb-DIA-Übertraqunqsanlaqe,unter (2) eine Farb-Film-Übertraqunqsanlaqe und unter (3) eine Farb-IMAGE-ORTHIKON-Kameraanlaqe gezeigt. Die Farbdia- und die Farbfilm-Übertragungsanlage arbeiten beide nach dem Lichtpunkt- Abtastverfahren. Sie sind mit einer 28 kV Abtaströhre und im Rotkanal mit einer Multialkali-Photozelle bestückt, wodurch ein guter Störabstand erreicht wird.

Zur Kontrolle der drei Farbauszugsignale steht für beide Anlagen ein Farbauszug-Kontrollschrank zur Verfügung, dessen Oszillograf und Schwarzweiß-Kontrollbild die drei Farbauszugsignale des Abtasters über eine Umschalteinrichtung nacheinander zugeführt werden können. Die Einpegelung erfolgt mit einem Schwarzweißsprung durch Einstellung der Verstärkungen auf drei gleiche Ausgangssignale des Abtasters. Für die Kontrolle der Gradationseinstellung wird ein Testsägezahn auf die drei Verstärker geschaltet. Eine zusätzliche Gradationsentzerrung zur Anpassung von Farbfilmen oder Farbdiapositiven mit zu großem Kontrast an das Fernsehsystem ist mit einem besonderen Gradationsentzerrunqsqerät (2a) (siehe Abbildung) möglich.

2. Die NTSC-Codierung

Die Umwandlung der drei Farbauszugsignale R, G, B des Farbabtasters in ein NTSC-Signal erfolgt in einem Codierungsgerät, dem NTSC-Coder. Zweckmäßig wird jedem Farbabtaster ein eigener Farbcoder zugeordnet. Die Ausgangssignale der einzelnen Coder können dann in ähnlicher Weise wie bei der konventionellen Schwarzweißtechnik über ein einzelnes Umschaltsystem geführt werden, wodurch sich eine gute Stabilität der Farbübertragung und ein Minimum an Verkabelungsaufwand im Studio ergibt.

Nach der Abbildung sind die zu den einzelnen Farbabtastern gehörenden Codierungsgeräte in einem gemeinsamen Farbcoderschrank (4) untergebracht. Er enthält drei Coder (4a) und einen Schwarzpeqel-qeber (4b), der für Überblendungen auf Schwarz ein Farbsynchronsignal erzeugt. Die Codierung erfolgt nach den vom „Unterausschuß Farbe des Fernsehausschusses der FuBK" zusammengestellten Vorschlägen über „Kenngrößen für das Farbfernsehen nach dem NTSC-l/erfahren mit 625 Zeilen".

Einpegelungen und Betriebskontrollen der einzelnen Coder sind durch ihre Zusammenfassung in einem gemeinsamen Schrank sehr zweckmäßig durchzuführen. Man benötigt dazu einen Farbbalkenqeber (4c) mit Testimpulserzeugung, ein Vektorskop (7) und einen üblichen Fernsehoszillograf.

Farbbalkengeber (4e) und ein Vektoroszilloskop (4f) (kombinierter Pegel- und Vektoroszillograf) können auch in einem besonderen Farbcoderprüfschrank (4d) gemeinsam untergebracht werden. Dieser Schrank enthält außerdem ein Umschaltfeld, mit dem die Prüfeinrichtung auf die einzelnen Coder geschaltet werden kann, sowie einen zusätzlichen Testimpulsgeber, mit dem eine besonders exakte Einpegelung und Kontrolle der Coder möglich ist.

Für die Einpegelung stehen am Coder besondere Eingänge für die Farbbalkensignale R, G, B und die I-, Q- Testimpulse (Eingangsbuchsen T in der Abbildung) zur Verfügung. Zur Testmessung werden die Eingänge des Coders umgeschaltet.

Jeder Coder hat drei Ausgänge. Nach der Abbildung werden die Ausgänge 1 mit den Regieeinrichtungen verbunden,die Ausgänge 2 werden an das Umschaltfeld des Farbcoderprüfschranks angeschlossen und ein FBAS-Ausgang 3 (BA-Signal mit moduliertem Farbträger F und Synchronisiersignal S) steht für jeweils einen Kontrollempfänger an dem zugehörigen Abtaster (siehe Abbildung) zur Verfügung.

Die Austastimpulse für das Farbsynchronsignal werden im Burst-Kennimpulsgeber (4c) getrennt erzeugt und den einzelnen Codern sowie dem Schwarzpegelgeber zugeführt.
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3. Die Reqie-Einrichtunq

Nach der Abbildung werden die NTSC-Signale der einzelnen Coder einer Farb-Filterkreuzschiene (5) zugeführt. Am Eingang ist für jeden Kanal ein besonderer Kabelentzerrer vorgesehen, um die strengen Frequenzgangforderungen für das Farbstudio (Amplitudenfrequenzgang: Abweichung <+ 0,2 dB, Laufzeitfrequenzgang: Abweichung <+ 0,02 us bis 5 MHz) einhalten zu können.

Für den Überblendvorgang ergibt sich bei der Farbübertragung gegenüber der Schwarzweißtechnik insofern ein Unterschied, als Ausblendungen durch einfaches Zuregeln der betreffenden Kanäle nicht gestattet sind. Denn dadurch wird das Farbsynchronsignal (Burst) unterdrückt, was zu einem Ausfall der Farbsynchronisierung im Empfänger führen würde. Der in Schwarzweißanlagen übliche „knob-a-channel"-Mischer kann deshalb in einem Farbfernsehstudio nicht verwendet werden.

Vielmehr empfiehlt sich die Anwendung der „next-channel" Methode. Für dieses Verfahren ist die Farb-Filterkreuzschiene (5) geeignet. Sie hat auch bei der Farbträgerfrequenz eine große Übersprechdämpfung und ist mit Endverstärkern ausgerüstet, die einen sehr niedrigen differentiellen Phasenfehler aufweisen. Einer der vier Ausgänge (Ausgang 1) wird als Studioausgang verwendet, mit der zugehörigen Tastenreihe ist dann eine harte Umschaltung auf die einzelnen NTSC-Signale möglich.

Mit dem zweiten Ausgang(II) für die Vorschau können die zu überblendenden Signale kontrolliert werden. Für eine weiche Überblendung bzw. eine Überblendautomatik stehen die Ausgänge III und IV zur Verfügung. Sie werden auf einen Farbsiqnal-Überblender (5a) geschaltet, der entweder definiert in der Vertikallücke überblendet oder - bei weicher Überblendung - in Form einer X-Überblendung dafür sorgt, daß das Summensignal konstant bleibt (Bedingung für das Farbsynchronsignal). Ausblendungen werden so vorgenommen, daß man auf das Signal des Schwarzpegelgebers (4b) im Farbcoderschrank überblendet. Dadurch vermeidet man eine Unterdrückung des Farbsynchronsignals (Burst) während der Übertragung des Schwarzwertes.

Die Eintastung des Synchronsignals erfolgt in den Endverstärkern der Filterkreuzschiene für den Studioausgang I und den Vorschauausgang II. Dabei ist ein Impulsverzögerungsgerät vorzuschalten, das den S-Impuls um etwa 1 us verzögert. Damit wird die in den Codergeräten durch die Bandbegrenzung des Farbsignals auftretende Verzögerung berücksichtigt.

Das Studioausgangssignal wird dann nach der Abbildung noch über die Endkontrolle geführt. Zur Qualitätskontrolle des abgehenden Farbbildes eignet sich gut der große Farbmonitor (6) wegen seiner hohen Farbdeckungsgenauigkeit. Insbesondere in Verbindung mit dem Vektorskop (7), das über einen besonderen X-, Y-Eingang direkt an den Q-, I- Demodulatorausgang dieses Meßempfängers angeschlossen werden kann, eignet sich der Farbmonitor 6 sehr gut für die Endkontrolle des Studioausgangssignals.
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4. Taktgeber und Prüfsignalgeber

Für die Impulsversorgung des Farbfernsehstudios kann ein normaler Schwarzweiß-Studiotaktgeber verwendet werden. Es muß lediglich ein Eingang für die Fremdsynchronisierung mit doppelter Zeilenfrequenz vorgesehen sein. (Empfohlen wird die transistorisierte Kassette I6 TG 05 A).

Das Synchronsignal wird in diesem Gerät durch Frequenzteilung aus der Farbträgerfrequenz gewonnen. Der Farbträger wird im gleichen Gerät mit einem thermostabilisierten Quarzoszillator erzeugt. Er wird - ebenso wie die Impulse - im Studio verteilt und den Farbcoderschränken zugeführt.

Als PrüfSignalgeber ist für das Farbstudio ein Gerät erforderlich, das einen Sägezahn mit überlagerter Farbträgerfrequenz abzugeben gestattet. (Empfohlen wird die Kassette P SG 03 C.) Damit lassen sich Nichtlinearitätsmessungen und - mit einem geeigneten Meßgerät - differentielle Phasenmessungen durchführen.

Für die Prüfung der Konvergenzeinstellung (Farbdeckungsgenauigkeit) aller im Studio verwendeten Farbempfänger ist ein Gitter- und Punktgeber vorzusehen. (z.B. die transistorisierte Kassette P GI 03 B.) Dessen Signal wird allen Farbmonitoren zugeführt. Mit einer Taste läßt sich der einzelne Empfänger auf dieses Gittertestsignal schalten.
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Kapitel II - Beschreibung und Technische Daten der Einzelgeräte

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1. Farbdia-Übertraqungsanlage DC 2 L 15 A

Die Anlage ist geeignet für die Abtastung eines Farbdiapositivs im Format 24 x 36 mm (Außenmaß nach Norm: 5o x 5o mm). Das Gerät arbeitet nach dem Lichtpunkt-Abtastverfahren. Dieses Prinzip gewährleistet eine exakte Farbdeckung des Gebers. Durch Verwendung einer Abtaströhre mit 28 kV Anodenspannung und einer Multialkali-Photozelle im Rotkanal ergibt sich ein guter Störabstand. Die Einpegelung der drei Farbauszugskanäle erfolgt oszillografisch und mit dem Schwarweß-Kontrollbild des zur Anlage gehörenden Farbauszugkontrollgerätes. Auf dem Bedienpult sind nur drei Pegelregler (für die Farbauszüge Rot, Grün und Blau) vorgesehen, wodurch sich eine sehr einfache und übersichtliche Bedienung der Anlage ergibt.

Technische Daten

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2. Farbfilm-Übertraqunqsanlaqe FC 35 L 15 A

Die Anlage ist geeignet für die Abtastung eines 35mm-Farbfilms (Positivfilm). Das Gerät arbeitet nach dem Lichtpunkt-Abtastverfahren, wodurch Farbdeckungsfehler ausgeschaltet sind. Die Bedienung ist deshalb außerordentlich einfach. Es sind lediglich drei Pegelregler für die Farbauszüge Rot, Grün und Blau einzustellen. Der Ausgleich von Filmdichteunterschieden geschieht durch eine Dreifach- Verstärkungsregelung über einen gemeinsamen Regler auf dem Bedienungspult der Anlage. Die Kontrolle der Ausgangssignale erfolgt dabei mit einem zur Anlage gehörenden Farbauszugkontrollgerät. Ein Farbwertflimmern der einzelnen Farbauszüge wird durch eine besondere Flimmerkompensation, die für jeden Kanal getrennt einstellbar ist, vermieden.

Da die Synchronisierung des Farbstudios von der Farbträgerfrequenz abgeleitet wird, muß die Farbfilm-Übertragungsanlage mit einem Synchronumrichter (F UR) betrieben werden. Ohne diesen Synchronumrichter ist nur ein netzsynchroner Betrieb möglich. Der NTSC-Farbträger ist dann mit der Zeilenfrequenz nicht verkoppelt.
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Technische Daten

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2a. Farb-Gradationsentzerrerschrank LC MG 2o A

Bei der Abtastung von Farbfilmen und Farbdiapositiven mit sehr großem Kontrast kann mit diesem Gerät durch eine zusätzliche Gradationsentzerrung der Kontrast des Leuchtdichtesignals soweit vermindert werden, daß eine geeignete Anpassung an die Übertragungsverhältnisse des Fernsehsystems erreicht wird. Insbesondere ergibt sich dabei eine Verbesserung der Farbwiedergabe in den Schattendetails des Bildes. Die Erzeugung der nichtlinearen Charakteristiken für die drei Farbauszugsignale Rot, Grün und Blau geschieht durch Multiplikation der drei Signale mit einer nicht-linearen Größe, die aus dem Leuchtdichtesignal abgeleitet wird. Dadurch werden Farbton- und Farbsättigungsfehler vermieden. Die Gradationseinstellung ist kontinuierlich regelbar, die Abgleichkontrolle erfolgt mit einer eingebauten Meßeinrichtung.

Technische Daten

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3. Farb-Imaqe-Orthikon-Kameraanlaqe

Die Farbauszugsignale Rot, Grün und Blau werden mit drei Image-Orthikon- Kameraröhren erzeugt. Die Strahlenteilung erfolgt durch dichroitische Spiegel, deren Anordnung im Strahlengang so gewählt wurde, daß das Auftreten von Doppelbildern und ungleichmäßigen Reflexionen an den Spiegelflächen vermieden wird. Durch Anwendung einer Strahlengangumkehrung konnte die Angenieux-Zoom-Linse in den Gesamtaufbau des Kamerakopfes mit einbezogen werden, so daß sich trotz des größeren optischen Aufwandes zur Erzielung einer weitgehend exakten Farbtrennung eine sehr kompakte Bauweise ergibt.

Die Gesamtlänge des Kamerakopfes beträgt nur 80cm. Für die Einpegelung der Farbkamera ist an geeigneter Stelle des Strahlenganges ein Testbildrad vorgesehen, mit dem wahlweise ein Graukeiltest zur Pegel- und Gradationskontrolle der drei Kanäle oder ein Gittertest zur Farbdeckungskontrolle übertragen werden kann.
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4. Farbcoderschrank

In diesem Schrank können mehrere Coder (4a) und einSchwarzpegelgeber (4b) untergebracht werden. Dadurch wird die Einpegelung und Betriebskontrolle der einzelnen Coder sehr erleichtert. Zur Einpegelung benötigt man einen Farbbalkengeber (4e) , einen Video-Oszillografen und ein Vektorskop (7).

Eine besondere Vereinfachung der Coderkontrolle bringt die Anwendung des .......
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4d. Farbcoder-Prüfschrankes

In diesem Schrank sind alle für die Einpegelung und Betriebskontrolle der Coder notwendigen Meßeinrichtungen untergebracht. Als Signalgeber wird ein Farbbalkengeber (4e) verwendet. Er erzeugt noch zusätzlich besondere Testimpulse, die den Meßeingängen der einzelnen Coder zugeführt werden und für die Phasenkontrolle der Modulatoren vorgesehen sind. Für die Meßanzeige steht im Farbcoder-Prüfschrank ein Vektoroszilloskop (4f) zur Verfügung. Es ist dies ein Oszillograf, der wahlweise für eine Pegel- und Vektoranzeige verwendet werden kann.

In einer erweiterten Ausführung kann dieses Vektoroszilloskop auch als Vektoranzeigegerät an einen Meßdecoder angeschlossen werden. In Verbindung mit einem Dreikanal-Farbempfänger ist dann eine besonders exakte Einstellkontrolle der einzelnen Coder möglich. Schließlich enthält der Farbcoder-Prüfschrank noch ein Umschaltfeld für die Umschaltung der Meßeinrichtung auf die einzelnen Coderausgänge. Die Umschaltung der Codereingänge auf die Testimpulse erfolgt vom gleichen Tastenfeld aus.
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4a. Farbcoder

Im Farbcoder erfolgt die Umwandlung der drei Farbauszugsignale Rot, Grün und Blau in das komplette NTSC-Signal. mit einer Matrix-Schaltung werden das Leuchtdichtesignal Y und die beiden Farbkomponenten Q und I erzeugt. Für die Farbträgermodulation werden Ringmodulatoren verwendet, deren Nullpunkt durch eine Gleichspannungsgegenkopplung stabilisiert ist. Dadurch sind - auch während der Einlaufzeit des Gerätes - keine Nullpunktkorrekturen erforderlich.

Die Bandbegrenzung der beiden Farbsignalkomponenten Q und I erfolgt trägerfrequent in den Modulatorfiltern. Die Bandbreite sowie die Charakteristik der Bandbegrenzung entspricht den „Kenngrößen für das Farbfernsehen nach dem NTSC-Verfahren mit 625 Zeilen", wie sie vom „Unterausschuß Farbe des Fernsehausschusses der FuBK" vorgeschlagen worden sind. Das gilt auch für die übrige Codierung und die Wahl der Farbträgerfrequenz 4,4296875 MHz. Die Addition des modulierten Farbträgers erfolgt über ein Widerstandsnetzwerk direkt am Ausgang des Gerätes. Dadurch ergibt sich ein sehr geringer differentieller Phasenfehler.

Der Farbcoder (4a) ist in Einschubtechnik ausgeführt (zum Einbau in den Farbcoderschrank (4). Zum Betrieb des Gerätes sind zusätzlich der Burst-Kennimpulsgeber (4c) und der Farbträgergenerator (4g) (im Taktgeberschrank) erforderlich.
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Technische Daten

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4b. Schwarzpeqelqeber

Das Gerät gibt nur den Schwarzwert und das Farbsynchronsignal (Burst) ab. Auf dieses Signal wird in der Filterkreuzschiene übergeblendet, wenn eine Ausblendung oder eine Überblendung über Schwarz vorgenommen werden soll. Auf diese Weise vermeidet man eine Unterdrückung des Farbsynchronsignals. Wie bei den Codergeräten ist bei diesem Schwarzpegelgeber ein Phasendrehglied zur Einstellung der Phasenlage des Farbsynchronsignals sowie eine Auftaststufe vorgesehen, die die Burst-Kennimpulse vom Burst-Kennimpulsgeber (4c) zugeführt erhält.
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Technische Daten

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4c. Burst-Kennimpulsqeber IC BI 23

Für die Auftastung des Farbsynchronsignals (Burst) wird in allen Codergeräten und im Schwarzpegelgeber ein Kennimpuls benötigt. Es ist zweckmäßig, diesen speziellen Impuls in einem besonderen Gerät zu erzeugen, das als Einschubchassis entweder im Farbcoderschrank (4), im Farbcoderprüfschrank (4d) oder in der Nähe des Taktgebers angeordnet wird. Der Kennimpuls wird aus der Rückflanke des Synchronimpulses gewonnen und ist für die Dauer des Vertikalimpulses und der Ausgleichsimpulse ausgetastet.
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Technische Daten

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4d. Farbcoder-Prüfschrank siehe unter (4)

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4e. Farbbalkenqeber PC TB 05

Dieser Dreikanal-Farbbalkengeber ist speziell für die Prüfung von Farbcodierungsgeräten vorgesehen. In Verbindung mit einem Farbcoder ist er auch als Farb-Testbildgeber zu verwenden. Die Farbbalkenfolge ist mittels Lötverbindungen auf einer Steckerleiste beliebig wählbar. Dies ist von Bedeutung bei der Untersuchung von Farbübergängen - z. B. mit dem Vektorskop (7).

Für die Farbcoderkontrolle wird im allgemeinen eine nach Leuchtdichtewerten geordnete Farbbalkenfolge gewählt. Diese kann mit einem Schalter ausgelöst werden. Der Farbbalkengeber PC TB 05 ist außerdem für die Erzeugung von besonderen Testimpulsen zur Einpegelung der Farbcoder eingerichtet. Diese sogenannten Q-I- Testimpulse können an zwei besonderen Ausgängen abgenommen und den Q- und I- Modulatoreingängen des Coders (Meßeingängen) zugeführt werden.

Der zu diesem Q-, I-, Y- Test gehörige Weißimpuls wird dem Farbcoder über die Dreikanaleingänge Rot, Grün und Blau (zu gleichen Anteilen) zugeführt. Mit einem Schalter auf der Frontseite des Gerätes kann wahlweise dieser Q-I-Y- Test, der Farbbalkentest oder eine Kombination beider Testbilder eingeschaltet werden. Dabei wird bei dem kombinierten Testbild in der oberen Bildhälfte der Farbbalkentest und in der unteren Bildhälfte der Q-I-Y- Test geschrieben. Dieser Test ist besonders vorteilhaft bei der Einpegelung und Betriebskontrolle der Farbcoder (siehe die Oszillogrammabbildungen in der Beschreibung (4a) Farbcoder). Das Gerät ist in einer Fünffach-Kassette untergebracht, die Schaltung ist transistorisiert.
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Technische Daten

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4f. Vektor-Oszilloskop siehe unter (4)

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4g. Farbträgergenerator und -Verkoppler IC FG 02/lC FW 02

Die Farbträgerfrequenz soll beim NTSC-Verfahren ein ungeradzahliges Vielfaches der halben Zeilenfrequenz sein. Man erreicht das durch eine Verkopplung des Taktgebers mit der Farbträgerfrequenz über Frequenzverteiler. Um von der Farbträgerfrequenz 4,4296875 MHz auf die halbe Zeilenfrequenz 15,625/2 kHz zu kommen, benötigt man vier Dreiteiler und einen Siebenteiler.

Für die Synchronisierung des Taktgebers mit der doppelten Zeilenfrequenz ist dann noch ein Vervierfacher erforderlich. Dieser Taktgeberverkoppler ist als transistorisierte Kassette aufgebaut. Eingangssignal ist der Farbträger und Ausgangssignal die doppelte Zeilenfrequenz zur Synchronisierung des Taktgebers. Der Farbträgergenerator ist in einer zweiten Kassette untergebracht. Wegen der geforderten hohen Genauigkeit und Konstanz der Farbträgerfrequenz wird ein thermostabilisierter Quarzoszillator verwendet. Der Farbträgergenerator und -Verkoppler (4g) wird zweckmäßig in der Nähe des Taktgebers angeordnet (z. B. im Taktgeber- und Testgeneratorschrank). Der Farbträger wird von hier aus an die einzelnen Coderschränke verteilt.
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Technische Daten des Farbträqerqenerators

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Technische Daten des Farbträqerverkopplers

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5. Farb-Filterkreuzschiene 10 x IV RC lo4 FK 26 D

Mit dieser Filterkreuzschiene sind alle Umschaltprobleme, die in einem Farbfernsehstudio der ersten Ausbaustufe auftreten, zu lösen. Die Eingänge können mit insgesamt zehn NTSC-Signalen belegt werden. Ausgang I steht dann für den Studioausgang, Ausgang II für die Vorschau und die Ausgänge III und IV für einen Farbsignalüberblender zur Verfügung.

Auf diese Weise können sowohl harte Umschaltungen der einzelnen NTSC-Signale als auch weiche Überblendungen vorgenommen werden, indem man die beiden überzublendenden Signale auf den Farbsignalüberblender schaltet. Für weiche Aus- oder Einblendungen kann das zweite Signal z.B. das Signal des Schwarzpegelgebers sein. Die Filterkreuzschiene RC lo4 FK 26 D ist für Farbfernsehsignale besonders geeignet, da sie eine große Übersprechdämpfung bei Farbträgerfrequenz aufweist und mit transistorisierten Endstufen ausgerüstet ist, die einen sehr niedrigen differentiellen Phasenfehler haben. Das Gerät ist in Einschubtechnik ausgeführt.

An farbtüchtigen Filterkreuzschienen stehen außer den oben beschriebenen 10 x IV RC lo4 FK 26 D noch folgende Ausführungen zur Verfügung:

10 x I RC 101 FK 23 D
10 x II RC 102 FK 25 D
15 x II RC 152 FK 25 D
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Technische Daten

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6. Farb-Monitor MC 53 BB 15.3 B

Dieser Farb-Monitor wird empfohlen für Qualitätskontrollen an Farbübertragungsanlagen. Er ist bestückt mit einer 21-Zoll-Shadowmask-Röhre. Durch Berücksichtigung auch der höheren Harmonischen bei der Ablenkkorrektur wird eine besonders hohe Farbdeckungsgenauigkeit erreicht. Das Seitenverhältnis des Farbbildes beträgt 3 : 4 und entspricht damit den Studioforderungen.

Die Aussteuerung der Farbbildröhre erfolgt über drei Endverstärker, denen direkt die drei Farbauszugsignale des Farbabtasters zugeführt werden können. Über einen Farbdecoder, der als Zusatzchassis in den Empfängerschrank eingesetzt wird, ist es aber auch möglich, dem Empfänger ein NTSC-Signal zuzuführen. Der Farb-Monitor MC 53 BB 15.3 B eignet sich dann besonders zur Endkontrolle des Farbsignals am Studioausgang.

Zu diesem Zweck sind am Decoder auch zwei besondere Meßausgänge für das demodulierte Q- und I-Signal vorgesehen, an die das Vektorskop (7) mit den X-Y- Eingängen angeschlossen werden kann. Diese Zuordnung von Farbbild und Vektorskopanzeige ermöglicht eine besonders exakte Kontrolle des vom Studio abgegebenen Farbfernsehbildes.
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Technische Daten des Farbmonitors

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Technische Daten des Farbdecoders

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7. Vektorskop PC VO 75 A

Das Vektorskop gestattet die Darstellung des modulierten Farbträgers (Chrominanzsignal) in der komplexen Ebene. Amplitude und Phasenlage des Farbträgers können dadurch gleichzeitig kontrolliert werden. Das Vektorskop wird daher bevorzugt verwendet zur Qualitätskontrolle einer NTSC-Codierung und zur Einpegelung von NTSC-Codierungsgeräten. Wird dem Farbcoder ein nach Leuchtdichtewerten geordneter Farbbalkentest zugeführt, dann müssen bei richtiger Codierung im Vektoroszillogramm für die einzelnen Farbwerte des Balkengebers Punkte geschrieben werden, die in den auf der Schablone eingetragenen Feldern liegen.

Über die beiden Eingänge des Vektorskops PC VO 75A und mit dem elektronischen Eingangsschalter lassen sich nach Abb. 1 die Vektoroszillogramme zweier verschiedener NTSC-Signale gemeinsam anzeigen. Das können z.B. die Ausgangssignale zweier Farbcoder oder auch das Eingangs- und Ausgangssignal eines Studioabschnittes sein. Mit einem zusätzlichen elektronischen Phasenschalter, der mit dem Eingangsschalter synchron läuft, lassen sich beim Vektorskop PC VO 75 A die beiden Vektoroszillogramme exakt übereinander stellen. Dadurch ist es möglich, einen sehr genauen Vergleich der beiden Signale nach Amplitude und Phasenlage des Farbträgers für die einzelnen Farben vorzunehmen. In dem Beispiel der Abb. 1 sind die Amplitudenwerte für einzelne Farben des zweiten Signals durch eine nichtlineare Verzerrung erheblich reduziert.

Das Vektorskop PC VO 75 A kann auch für die Einpegelung und Qualitätskontrolle von Decodierungsschaltungen in Farbempfängern verwendet werden. Zu diesem Zweck sind ein X- und ein Y-Eingang vorgesehen, die direkt mit den beiden Oszillographenverstärkern verbunden sind. Man kann diese beiden Eingänge - eventuell unter Verwendung von Tastköpfen - an den Ausgang der beiden Farbdemodulatoren eines Empfängers anschließen und enthält dann z.B. das in Abb. 2 dargestellte Vektoroszillogramm bei Übertragung eines Farbbalkentestbildes.

Geben die beiden Demodulatoren das Q- und I-Signal ab, dann muß - wie in Abb. 2 - die Schablone um genau 33 (Phasenwinkel zwischen (B-Y)-Achse und Q-Signal) gedreht werden. Die Schablone des Vektorskops PC VO 75 A ist deshalb drehbar angeordnet und kann mit einem Bedienungsknopf von der Frontplatte aus auf jede beliebige Lage eingestellt werden. Das ist für Phasenwinkelablesungen sehr vorteilhaft.

Das Vektorskop PC VO 75 A läßt sich auch für selbständige Phasenwinkelmessungen an Verstärkern verwenden. Dafür sind keinerlei zusätzliche Geräte (Coder, Farbbalkengeber) notwendig. Im Vektorskop ist ein Testimpulsgeber eingebaut, der trägerfrequente Sägezähne mit Farbträgerfrequenz und horizontalfrequenter Periode erzeugt. Diese Testimpulse werden dem Meßobjekt zugeführt und z. B. Eingangs- und Ausgangsspannung des Vierpols an die beiden Vektorskopeingänge angeschlossen. Man erhält dann ein Vektoroszillogramm wie in Abb. 3, aus dem die Phasendrehung des Verstärkers bei der Farbträgerfrequenz abzulesen ist. Von Bedeutung ist diese Methode auch bei Messungen des Phasenunterschiedes zweier Verstärker, wie sie z.B. in Regie- oder Überblendgeräten im Studio verwendet werden.

Technische Daten

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Literatur zu II

Weitere Einzelheiten über die beschriebenen Geräte und ihre Schaltungsdetails können den folgenden Veröffentlichungen entnommen werden :

Zu (1) W. Dillenburger Fernseh-Kurzmitteilungen Sonderheft Nr. 6 (1957), November oder AEÜ 11 (1957), S. 195 - 213 Über die Pegelhaltung und einige Störeinflüsse in Farbfernseh-Übertragungs-anlagen
   
Zu (2) H. Strauß Fernseh-Kurzmitteilungen Sonderheft Nr. 13 (1962), Dezember oder NTZ 15 (1962), H. 8, S. 371 - 379 Ein Gradationsentzerrungsgerät für Farbabtaster
   
Zu (4) F. Jaeschke Fernseh-Kurzmitteilungen Sonderheft Nr. 9 (1959), April oder AEÜ 12 (1958), S. 271 - 288 Ein NTSC-Farbmodulator für die CCIR-Norm
   
Zu (4g) F. Jaeschke Fernseh-Kurzmitteilungen Sonderheft Nr. 4 (1956), August oder Techn. Hausmitt. d. NU/DR 7 (1955) H. 11/12, S. 224 - 228 Zur Dimensionierung des Farbträgers in einem europäischen Farbfernseh-system nach dem NTSC-l/erfahren
   
Zu (6) S . v. Hase Fernseh-Kurzmitteilungen Sonderheft Nr. 9 (1959), Februar Die Farbdeckung bei der RCA-shadoui-mask-Bildröhre
  F. Jaeschke
   
Zu (7) H. Schönfelder Fernseh-Kurzmitteilungen Sonderheft Nr. 13 (1962), Dezember oder Radio Mentor lo (1962), S. 835 - 84o Ein l/ektorskop für Laboratorium und Farbfernsehstudio
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