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Regisseur-Biographie "Terence Fisher"

wir beginnen mit der Filmographie :
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Filmographie

1948 A SONG FOR TOMORROW
  COLONEL BOGEY
  TO THE PUBLIC DANGER
  PORTRAIT FROM LIFE
1949 MARRY ME
  THE ASTONISHED HEART (Co-R.)
1950 SO LONG AT THE FAIR (Co-R.) (Paris um Mitternacht)
1951 HOME TO DANGER
  A DISTANT TRUMPET
1952 THE LAST PAGE
  STOLEN FACE
  WINGS OF DANGER
  MAN BAIT (Erpresserin)
1953 MANTRAP
  THE FOUR SIDED TRIANGLE
  SPACEWAYS
  BLOOD ORANGE
1954 FACE THE MUSIC
  MASK OF DUST
  THE STRANGER CAME HOME
  FINAL APPOINTMENT
  CHILDREN GALORE
1955 MURDER BY PROXY
  THE FLAW
  STOLEN ASSIGNMENT (Die Spur führt nach Ambledown)
1956 THE LAST MAN TO HANG
1957 KILL ME TOMORROW (Morgen wirst du mich töten)
  THE CURSE OF FRANKENSTEIN (Frankensteins Fluch)
1958 DRACULA (Dracula)
  THE REVENGE OF FRANKENSTEIN (Frankensteins Rache)
1959 THE HOUND OF THE BASKERVILLES (Der Hund von Baskerville)
  THE MAN WHO COULD CHEAT DEATH (Den Tod überlistet)
  THE MUMMY (Die Rache der Pharaonen)
  THE STRANGLERS OF BOMBAY (Die Bürger von Bombay)
1960 THE BRIDES OF DRACULA (Dracula und seine Bräute)
  THE TWO FACES OF DR. JEKYLL (Schlag 12 in London)
  SWORD OF SHERWOOD FOREST (Das Schwert des Robin Hood)
1961 THE CURSE OF THE WEREWOLF (Der Fluch von Siiiiestro)
1962 THE PHANTOM OF THE OPERA (Das Rätsel der unheimlichen Maske)
1963 SHERLOCK HOLMES UND DAS HALSBAND DES TODES
1964 THE HORROR OF IT ALL THE EARTH DIES SCREAMING THE GORGON (Die brennenden Augen von Schloß Baltimore)
1965 DRACULA, PRINCE OF DARKNESS (Blut für Dracula)
1966 ISLAND OF TERROR (Insel des Schreckens)
1967 FRANKENSTEIN CREATED WOMAN (Frankenstein schuf ein Weib) NIGHT OF THE BIG HEAT
1968 THE DEVIL RIDES OUT
1969 FRANKENSTEIN MUST BE DESTROYED (Frankenstein sucht ein neues Opfer)
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Vita von Terence Fisher

Terence Fisher kam am 23. Februar 1904 in London zur Welt. Nach einigen Jahren in der Handelsmarine trat er 1933 in die Studios von Gaumont British ein, in denen er als Cutter arbeitete. Er schnitt unter anderem TUDOR ROSE (1936), THE DARK TOWER (1943) und THE WICKED LADY (1946).

Seit 1948 hat er etwa fünfzig Filme gedreht. In den 19fünfziger Jahren arbeitete Fisher auch für das Fernsehen; er drehte unter anderem Folgen für die „Robin-Hood"-Serie, für die auch Lindsay Anderson gearbeitet hat. Der Film SWORD OF SHERWOOD FOREST mit Richard Greene als Robin Hood ist aus dieser Arbeit entstanden.
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Die frühen Filme

In den ersten Jahren seiner Karriere drehte Fisher Filme verschiedenster Genres für eine Reihe von englischen Firmen. Er begann 1948 mit drei schnell abgedrehten „supporting features" für die Rank Organisation, es folgten drei größere Filme für die „Gainsborough"-Produktion.

Danach drehte Fisher bis 1956 eine große Anzahl billig hergestellter Streifen für den einheimischen (englischen) Markt, darunter die beiden ersten Science-Fiction-Filme seit Kriegsende.

Die Drehbücher für A SONG FOR TOMORROW und COLONEL BOGEY stammen von William Fairchild, später selbst Regisseur (THE SILENT ENEMY). In A SONG FOR TOMORROW spielt zum ersten Mal Christopher Lee unter Fishers Regie.

Die Drehbücher für PORTRAIT FROM LIFE, THE ASTONISHED HEART und SO LONG AT THE FAIR stammen von Muriel Box, die seit 1952 selbst Regie führt. Es sind aufwendige Produktionen mit großer Besetzung: im ersten Film spielen Mai Zetterling und Herbert Lom, im zweiten Noel Coward, Celia Johnson und Margaret Leighton, im dritten Jean Simmons und Dirk Bogarde.

1953 drehte Fisher zwei Science-Fiction-Filme für die Hammer-Produktion, bei der er später seine Horror-Filme dreht: THE FOUR SIDED TRIANGLE und SPACEWAYS; die Bücher beider Filme stammen von Paul Tabori.

Von den frühen Filmen Fishers sind nur wenige in Deutschland gezeigt worden. „Paris um Mitternacht". {SO LONG AT THE FAIR) handelt von einemMädchen, dessen Bruder auf geheimnisvolle Weise nach ihrer Ankunft in Paris verschwindet; das Thema ist 1936 von Hans Rothe in einem
Hörspiel („Ankunft bei Nacht") behandelt worden und wenige Jahre später von Veit Harlan (VERWEHTE SPUREN) verfilmt worden.

„Erpresserin" (MAN BAIT) ist ein belangloses Melodram, und „Die Spur führt nach Ambledown" (STOLEN ASSIGNMENT), ein einstündiger Kriminalfilm, lief vor einigen Jahren im Deutschen Fernsehen. Fisher selbst schätzt von seinen frühen Filmen nur zwei: PORTRAIT FROM LIFE und THE FOUR SIDED TRI ANGLE. (1)
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Die Hauptwerke von Terence Fisher

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Die Filme über den Baron Frankenstein

Terence Fisher drehte zwischen den Jahren 1957 und 1969 vier Filme über den Baron Frankenstein und sein Ungeheuer. Einen fünften drehte 1964 Freddie Francis (EVIL OF FRANKENSTEIN/„Frankensteins Ungeheuer") (2), einen sechsten 1970 Jimmy Sangster, Fishers Drehbuchautor: HORROR OF FRANKENSTEIN.

Darsteller des Barons ist jedesmal Peter Cushing, das Ungeheuer wird im ersten Film von Christopher Lee gespielt. „Baron Frankenstein möchte etwas erschaffen. Sein großes Ideal ist es, ein perfektes menschliches Wesen mit einem vollkommenen Gehirn und einem vollendeten Körperbau zu schaffen. Er wollte Vollendung - das tragische Streben nach Perfektion. Es sind seine Ideale, die ihn unbarmherzig machen. Unglücklicherweise hat er keinen Erfolg. Das Ganze mißglückt, gleitet aus seinen Händen und bekommt Gewalt über ihn.
Vielleicht ist Idealismus seine einzige Entschuldigung. Möglicherweise habe ich das nicht genug betont. Aber er hatte nur ein Ziel im Leben, und es kümmerte ihn nicht, ob er jemandem den Arm abschnitt oder ihm die Augäpfel herausnahm, denn er glaubte, das Ergebnis rechtfertige die Mittel." (3)
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Die Filme über den Grafen Dracula

Zwischen 1958 und 1965 drehte Terence Fisher drei Filme über den blutsaugerischen Grafen. Einen vierten drehte Freddie Francis 1968 in Vertretung für den erkrankten Regisseur (DRACULA HAS RISEN FROM THE GRAVE / „Draculas Rückkehr"). (2)

1969 erscheint NACHTS WENN DRACULA ERWACHT von Jesus Franco Manera und 1970 TASTE THE BLOOD OF DRACULA („Wie schmeckt das Blut von Dracula") von Peter Sasdy. Mit Ausnahme des zweiten spielt Christopher Lee in allen Filmen die Titelrolle. „Ich sah Dracula als den traditionellen Vampir, den lebenden Toten', ein Mann, der ungeheure Faszination auf Frauen ausübte, ein Mann, dessen Kräfte sogar Frauen anzogen, die versuchten, ihm Widerstand zu leisten." (4)

„Ziehen Sie den Dracula- oder den Frankenstein-Mythos vor?" „Ich glaube, den von Dracula. Ich glaube, er ist viel poetischer, auch tragischer. Es ist eine Liebesgeschichte, nicht mehr und nicht weniger. Mir scheint die Liebe ein sehr wichtiger Bestandteil des Horrorfilms zu sein. Nicht nur als Kontrast, sondern als integraler Bestandteil des Dramas selbst." (5)

„Was, meinen Sie, war Ihr bester Film?" „Ich glaube, der erste DRACULA." (4)

Die übrigen Mythen

Die übrigen Mythen: Die Mumie, Dr. Jekyll/Mr. Hyde, der Werwolf, das Phantom und die Gorgo.

1959 dreht Terence Fisher THE MUMMY mit Christopher Lee in der Titelrolle. Es ist die oft variierte Geschichte des ägyptischen Hohepriesters Kharis, der zur Strafe für seine Liebe zur Prinzessin lebendig einbalsamiert und nach viertausend Jahren wiedererweckt wird; in einer jungen Frau glaubt er die Prinzessin wiedergefunden zu haben.

Kharis ist eine große schauspielerische Leistung von Christopher Lee: obwohl von Kopf bis Fuß mit Binden umwickelt, vermag er jede Gefühlsregung glaubwürdig darzustellen.

Der englische Dramatiker Wolf Mankowitz hat in THE TWO FACES OF DR. JEKYLL eine Variante der oft verfilmten Geschichte entwickelt: Dr. Jekyll ist ein abstoßender, unzugänglicher Mensch, als Mr. Hyde aber gutaussehend und lebensfroh. Trotz dieser originellen Idee ist der Film mißglückt und reicht nicht an die klassische Version von Mamoulian heran.

Es ist vor allem die schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers Oliver Reed, die THE CURSE OF THE WEREWOLF auszeichnet. Ihm gelingt es, den Schmerz der gequälten Kreatur darzustellen, die gegen ihren Willen in ein Untier verwandelt wird; er übertrifft Lon Chaney jr. bei weitem.

Zwar ist THE PHANTOM OF THE OPERA mit 400.000 Pfund der teuerste Horrorfilm, der jemals in England gedreht wurde, aber das ist auch alles, was sich zu seinem Ruhm sagen läßt; Darsteller, Buch und Kamera bleiben Mittelmaß.
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THE GORGON

Das Drehbuch zu THE GORGON stammt von John Gilling, der in den letzten Jahren einige ausgezeichnete Horrorfilme gedreht hat. Dies und die ausgezeichnete Besetzung (neben Peter Cushing und Christopher Lee, Barbara Shelley und Richard Pasco) machen THE GORGON (der den griechischen Mythos in das Europa der Jahrhundertwende verlegt) zu einem der besten Filme Terence Fishers in den letzten Jahren.
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Quellen

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(1) Entretien avec Terence Fisher par Bertrand Tavernier, in ,Midi - Minuit Fantastique1, Nr. 7/1963
(2) Siehe Regisseurbiographien, Band 6, Biographie Freddie Francis
(3) Terence Fisher, Horror Is My Business, in ,Films And Filming', Vol. 10, Nr. 10
(4) Gespräch mit Terence Fisher, in ,Film' 11/67
(5) Entretien avec T. F. par Michel Caen, in MMF, Nr. 10/11, 1964/65
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geschrieben von Rainer Szukala, Köln, November 1970
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